Sprüche und Weisheiten

Wir danken Ella Pamer (geb. 1931), die mehr als 110 Sprüche und Weisheiten für uns aufgeschrieben hat. Frau Pamer hat neben den nun veröffentlichten Sprüchen und Weisheiten auch ihre Lebensgeschichte und einige Gedichte aufgeschrieben, die wir in den nächsten Wochen veröffentlichen werden.

Ein großes Dankeschön geht an Sandra Nitschinger, die die handschriftlichen Aufzeichnungen von Frau Pamer digitalisiert hat.

Wir wüschen viel Spaß beim Lesen.

Alle

Alter schützt vor Torheit nicht

Arbeit macht das Leben süß, Faulheit stärkt die Glieder, wenn du keine Lust mehr hast, leg die Arbeit nieder

Auch mit den Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen

Auf einem Misthaufen hat nur ein Hahn Platz

Bauernland gehört in Bauernhand

Beginnen die Tage zu langen, kommt erst der Winter zu langen.

Bellende Hunde beißen nicht.

Bescheidenheit ist keine Zier, doch besser geht es ohne ihr.

Bevor du dich daran machst, die Welt zu verbessern, geh 3mal um dein eigenes Haus.

Das Alter lässt sich leichter ertragen, man den Faltenwurf im Gesicht als künstlerische Drapierung betrachtet.

Das beste Mittel, den Tag zu beginnen, ist beim Erwachen daran zu denken, ob man nicht einem Menschen an diesem Tag eine Freude machen kann.

Das edle „ich will“ hat keinen schlimmeren Feind als das feige selbstbetrügerische „ja“ wenn ich wollte

Dem Angeber kann man was geben, dem Jammerer was nehmen

Den Klängen brauchst nur den Anfang zu sagen, das Ende weiß er selber

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Der Bauer ist ein Ehrenmann, er bauet uns das Feld, wer eines Bauern spotten kann, der ist ein arger Held.

Der Jammer der Menschheit ist, dass die Dummen so selbstsicher sind und die Gscheiten so voller Zweifel

Der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht.

Die Frucht beim Weg und das Dirndl beim Tanz sind immer schön

Die Natur gibt einen Menschen die Fähigkeit und das Glück bringt sie zur Wirkung

Die schlechte Laune ist eine Art Ohrfeige ins eigene Gesicht

Die Seele ist ein Schiff, Vernunft das Steuer und Wahrheit der Hafen

Dorothee 6. Feber bringt oft viel Schnee

Dreht sich der Wind uns Zwöfikeitn, kummt a bestimmt von der anderen Seit’n

Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet.

Drückt dich ein Weh, zur Mutter geh und sag es ihr, es helfe dir.

Du kannst nicht hindern, dass die Vögel der Sorgen und des Kummers über deinen Haupt fliegen, doch du kannst verhindern, dass sie ein Nest in deinem Haar bauen.

Dummheit und Stolz wachsen auf an Holz

Ein blindes Huhn findet auch einen Korn

Ein froher Gast ist niemands Last

Ein guter Freund ist wie ein Acker, auf der ihr mit Freude sät und Dankbarkeit erntet.

Ein guter Tag fängt mit einem Lächeln an

Ein Sohn ist des Vaters Stolz und der Mutters Stütze.

Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb

Einen guten Freund zu haben, ist ein Geschenk Gottes

Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern die Zeit, die wir nicht nutzen

Essen und Trinken hält Leib und Seele z'sam

Früh übt sich, wer ein Meister werden will

Gabe wie ein Tier zum Scherz, denn er fühlt wie du den Schmerz

Gastfreundschaft ist das Spiegelbild der Seele

Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude

Gleich und gleich gesellt sich gern

Glück und Glas wie leicht bricht das.

Gottes Mühlen mahlen langsam aber sicher

Gut Ding braucht Weile

Halte Ordnung, übe sie, Ordnung spart dir Zeit und Müh.

Hochmut kommt vor dem Fall

Ist’s in der Küche blank und rein, gibt’s dem Hause guten Schein

Ist’s zu Lichtmes 2. Feber hell und rein, wird ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.

Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied

Jeder kehre vor seiner eigenen Tür

Kindermund tut Wahrheit kund.

Kopf, Hals kühl die Füße warm, halt dich gesund, den Doktor arm

Kraht der Hahn am Mist, ändert das Wetter oder bleibt so wias is

Krankendienst ist Gottesdienst

Lass Neider neiden, Hasser hassen, was Gott dir gibt, muss man dir lassen.

Lügen haben kurze Beine.

Man kann dir den Weg weisen, aber gehen musst du ihn selber

Man muss sich strecken nach der Decke sonst bleiben die Füße aufgedeckt.

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben

Manches Talent wäre nie zum Vorschein gekommen, hätte nicht ein Talent gefehlt: das zum Leben.

Mann und Ros zaht an, Weib und Kuh schaut zu

Mit Freundlichkeit und Hut in der Hand, kommt man durchs ganze Land.

Morgen, morgen nur nicht heute, sagen alle faulen Leute

Morgenstund hat Gold im Mund, wer länger schläft, bleibt auch gesund.

Mühlfrisch und Bäckerwarm (Mehl und Brot) macht den reichsten Bauern arm

Müßiggang ist aller Last Anfang

Müßiggang zerfrisst die Seele wie Rost das Eisen.

Märzenwind sticht ab das Kind, das er auf der Gasse findet. Macht Tür und Fenstern zu sonst habt ihr keine Ruh

Nicht alles, was glänzt, ist Gold

Niemand weiß so viel Schlechtes von uns sie wir selbst. Und trotzdem denkt niemand so gut von uns, wie wir selbst.

Ob ein Mensch klug ist, erkennt man an seinen Fragen als an seinen Antworten

Ohne Arbeit früh bis spät, wir dir nichts geraten, der Neid sieht nur das Blumenbeet, aber nicht den Spaten.

Ohne Fleiß kein Preis

Ordnung ist das halbe Leben

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold

Regen im Mai bringt viel Frucht und Heu

Sich regen bringt Segen

Spare in der Zeit, da hast du es in der Not.

Spare, lerne, leiste was, dann hast du, kannst du, bist du was

Steter Tropfen höhlt den Stein

Stillen Wasser gründen tief

Tanzen im Jänner die Mucken, muss der Bauer im Sommer nach Futter gucken.

Trockener März, nasser April, kühlt Mai bringt viel Frucht und Heu

Undank ist der Welten Lohn

Was am Freitag wird begonnen, hat nie ein gutes Ende genommen

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen

Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem anderen zu.

Weihnachten im Klee, Ostern im Schnee. Grüne Weihnacht, weiße Ostern

Wem das Herz voll ist, geht der Mund über

Wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her

Wenn du mit den Fingern auf anderen zeigst, zeigen drei Finger auf dich

Wenn kein Wind geht, rührt sich kein Laut.

Wenn man gibt, ist man beliebt

Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein

Wer hoch hinauf will, fällt tief hinunter

Wer Kinder sät, wird Sturm erraten.

Wer sich die Suppe einbrockt, muss sie auch auslöffeln

Wer sich unter die Kleie mischt, den fressen die Schweine

Wer suchet, der findet, wer anklopft, dem wird aufgetan Angewohnheit ist des Teufels

Wer wenig nicht ehrt, ist großes nicht wert

Wie der Acker so die Buam, wie der Acker so die Ruam

Wie die Pflanzen haben auch die Menschen versteckte Eigenschaften, nur der Zufall bringt sie ans Licht.

Wie ich bin, so denkt mein Sinn

Wie man in den Wald hinein ruft, so kommt das Echo zurück

Wie man sich bettet, so liegt man.

Willst du wissen, wer du bist, schau wer deine Gesellschaft ist

Wo man singt da lass dich nieder, denn böse Menschen haben keine Lieder.

Übermut tut selten gut

Zu viele Köche verderben den Brei

Zufriedenheit nicht Geld und Pracht, ist was den Menschen glücklich macht

Zwei Lebensstützen brechen nie, Gebet und Arbeit heißen sie.