Der Friedrichshof verkörpert ein Stück Burgenland-Geschichte. Nur 60 km südöstlich von Wien bzw. 25 km von Bratislava entfernt, liegt er am Rande von Zurndorf im Bezirk Neusiedl am See.
Handelsroute der Antike – erste Siedlungen Vor ca. 2000 Jahren führte durch die Parndorfer Heide eine Handelsroute entlang der heutigen „Römerstraße“. Ebenso nachgewiesen sind frühe keltische Siedlungen. Im Mittelalter war der Ort bereits besiedelt, dokumentiert als „Mühldorf".
Ab 1890: Gutshof von Erzherzog Friedrich
Nach 1840 entstand im Zuge einer Agrarreform der „Haidhof“ (Heidehof). Dieser gehörte zu „Ungarisch-Altenburg“, damals ein Herzogtum der Habsburger. Um 1890 gelangte der Hof in den Besitz von Erzherzog Friedrich. Er gab ihm seinen heutigen Namen und baute ihn zu einem landwirtschaftlichen Mustergut aus. 1934 wurde der Gutsbetrieb aufgegeben, das Land parzelliert und verkauft.
1972–1990: Otto Muehl-Kommune
1972 erwarb eine Gruppe um den Wiener Aktionisten Otto Muehl das Areal mit den beiden letzten noch bestehenden Gebäuden des k.u.k.-Friedrichshofs. Die Kommune begründete ein alternatives Gesellschafts- und Lebensmodell und wuchs in den 1980er-Jahren auf ca. 600 Menschen an. Diese lebten in rund 20 Stadtkommunen über halb Europa verteilt und betrieben den Friedrichshof als ihr Zentrum. Großflächig entstand über die Jahre ein Areal mit Wohnmöglichkeiten in einer parkähnlichen Landschaft mit vielen Sport- und Freizeiteinrichtungen. 1990 löste sich die Kommune auf und brachte den Besitz in die Wohnungsgenossenschaft Friedrichshof ein. Viele der ehemaligen Kommunarden verließen den Ort.

1930er - Friedrichshof
Quelle: www.friedrichshof.at, abgerufen am 11. Jänner 2022