Ist der Bräutigam mit seinen Gästen beim Brauthaus angekommen, werden zuerst alle Gäste der Braut vom Bräutigam begrüßt.
In der Zwischenzeit werden nicht nur die Hochzeitsgäste, sondern auch die Nachbarn, Freunde und Zaungäste von den Hochzeitshelfern mit Mehlspeisen und Getränken versorgt. Man spricht hier vom „Brocka passn“.
Nun blicken alle Gäste gespannt zur Tür, wo die Braut erscheinen soll. Der Bräutigam klopft an die Tür und diesem Moment beginnt ein kleines Spiel mit dem Bräutigam.
Zuerst wird dem Bräutigam ein kleines Mädchen als seine Braut präsentiert und er lehnt dankend ab. Anschließend wird ihm eine sehr alte Frau als seine Braut gezeigt, die er auch nicht in Empfang nehmen will. Nach einiger Zeit und langem Hin und Her erscheint seine Braut, die Gäste applaudieren und so mancher Gast verdrückt bereits jetzt die erste Träne. Dieser Brauch ist auf einen alten Aberglauben zurückzuführen, der besagt, dass böse Geister durch Täuschung vom Brautpaar abgehalten werden sollen.
Wenn früher die Braut aus dem Hause auszog, spielte die Musik das Stück „So leb denn wohl du stilles Haus“.

Nun wird der Hochzeitszug vor dem Haus zusammengestellt und ein oftmals langer Marsch durch den Ort steht bevor.