Ein spannendes Thema sind die Einladungen zur Hochzeit.
Früher war es die Aufgabe der Beistände, sich um die Einladung der Hochzeitsgäste zu kümmern. Es war Brauch, dass die Beistände am letzten Donnerstag vor der Trauung am Abend herumgingen, um die Gäste zur Hochzeit einzuladen.
Heute ist es üblich, dass die Hochzeitsgäste vom Brautpaar zur Hochzeit eingeladen werden, und dabei stellt sich dann häufig die Frage, ob die Einladungen gedruckt, auf CD gesprochen oder gar als Online-Video versendet werden.
Die Einladung ist auf jeden Fall die erste offizielle Ankündigung der Hochzeit an die Personen, die man gerne bei der Hochzeit dabeihaben will. Die Einladung spiegelt aber auch in Farbe, Wort und Bild das Thema und die farbliche Komponente der Hochzeit wider.
Einladungsformen
Auch wenn es heute in Zurndorf noch Brauch ist, dass das Brautpaar die Einladung zur Hochzeit persönlich übergibt, wurde in den letzten Jahren die „Save-The-Date Karte“ immer moderner. Auf dieser Karte finden sich üblicherweise die Namen des Brautpaars, das Hochzeitsdatum und eventuell einen Link zur eigenen Hochzeitswebseite. Zunehmend wird das „Save-The-Date“ aber auch digital via E-Mail, Facebook, WhatsApp, YouTube oder andere digitale Medien versendet.

Für die Hochzeitseinladung selbst ist es gar nicht so einfach das richtige Design, die richtigen Worte und das optimale Bild zu finden. Zu Beginn steht der zum Brautpaar passende Spruch, der auf keiner Karte fehlen darf. Danach werden die Fakten wie Namen, Ort, Datum und Hinweis auf den Einladungszeitraum (nur zur Agape, zur Tafel, etc.) angeführt. Die Adresse und Telefonnummern für Zu- und Absagen dürfen ebenfalls nicht fehlen. Gerne wird vom Brautpaar zum Abschluss noch ein Spruch geschrieben, der dezent aber doch auf die Geschenkwünsche hinweist.
Im Jahr 1863 war die Überbringung der Einladung noch ein Fall für den Bittmann, also den Beistand des Bräutigams, der die Einladung in gekonnter Weise persönlich überbrachte und dazu folgende Worte sprach.
Auszug aus einem Hochzeitsbüchlein von 1863:
Zur Hochzeit des Paul Hautzinger im Jahre 1863
Ich bitt ganz freundlich den Väter (Herrn) und die Mam (Frau), Sie wollen uns nicht verungut haben, daß wir sie so schnell überlaufen,
wir werden geschickt von den Herrn N.N. und auch von Herrn Bräutigam und von seiner vielgeliebten Jungfrau Braut, zu der großen Freud und Hochzeit einzuladen. Wir bitten Ihnen einen guten Tag an.
Sie möchten erscheinen in das Ehrengeachten N.N. seiner Behausung, in den beiden Bräutspersonen, den Christlichen Kirchgang helfen Schmücken, Zieren um Führen und bei der Hl. Kuplatzion, mit einen andächtigen Gebet und Vater Unser beizuwohnen und nach geendigter Kuplatzion, zurück in des Ehrengeachten N.N. seiner Behausung, alldort wird eine kleine Mahlzeit veranstaltet werden, was Gott der Allmächtige durch seinen reichen Segen wird geben, in Auftragen lassen, auf ein freundliches Gespräch und auf einen Christlichen Ehrentanz, so lang als diese Freud wird währen, steht unser Begehren und unser Verlangen.