Hochzeitsbräuche in Zurndorf im Wandel der Zeit

Anekdoten, Bräuche, Geschichten und Wissenswertes rund um den schönsten Tag im Leben

Die Ringe

Bereits in der Antike wurden Eheringe getragen. Damals trug allerdings nur die Frau den Ring und er war kein Zeichen der Liebe, sondern des Besitzes.

Zu dieser Zeit wurden Eisenringe verwendet, um die Zugehörigkeit der Frau zu ihrem Mann zu zeigen. Oft zeigte er auch an, dass der Mann die Mitgift der Frau erhalten hat.[1]

Um 850 n. Chr. wurde der Ring auch ein kirchliches Symbol. Damals bereits wurde durch die runde Form ohne Anfang und Ende die Beständigkeit und Unendlichkeit der Ehe symbolisiert. Im 13. Jahrhundert wurde dann der Tausch der Ringe ein fester Bestandteil der kirchlichen Trauung. Die Partner steckten sich bei der Hochzeit die Eheringe an und versprachen sich vor Gott ewige Verbundenheit.[2]

Die Symbolik der Ringe hat sich bis heute nicht verändert. Beschreiben sie doch immer noch den ewigen Fluss der Liebe und die Beständigkeit der Beziehung. Wurden die Ringe vor mehr als 60 Jahren vom Mann ausgesucht und der Frau erst bei der Hochzeitszeremonie gezeigt, werden in der heutigen Zeit die Ringe gemeinsam ausgesucht. Doch auch heute kommt es noch vor, dass die Ringe nur vom Mann oder nur von der Frau ausgesucht werden.

Auch das Material des Ringes spielt eine wichtige Rolle. Waren es früher eher glatte, schmale Ringe, so gibt es heute eine große Vielfalt an Hochzeitsringen. Es ist also für jeden Geschmack und jedes Budget etwas dabei, egal ob Gelbgold, Weißgold, Rotgold, Roségold, Platin, Edelstahl, Silber, Titan sowie Carbon oder auch andere Materialien oder färbige Ringe. Finden kann man seine passenden Ringe beim Juwelier, auf Hochzeitsmessen oder auch im Internet.

Die Gravur der Ringe spielt ebenfalls eine große Rolle. Klassisch werden die Namen der Ehepartner und das Datum der Hochzeit graviert, doch sieht man auch immer wieder kurze Sprüche, die in die Ringe graviert werden.

Einige Beispiele dafür sind:

  • Ein Leben lang
  • Für immer & ewig
  • Bis dass der Tod uns scheidet
  • Ewig dein
  • Liebe besiegt alles
  • Jetzt & für immer
  • truly, madly, deeply
  • unbreakable

 

Die große Auswahl an Ringen hatten die Zurndorfer bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts allerdings nicht. Damals war es ein weiter Weg nach Neusiedl oder Bruck, um zu einem Juwelier zu kommen und man musste dann auch nehmen, was beim Juwelier verfügbar war.

Der Verlobungsring wurde übrigens links und der Hochzeitsring rechts am Ringfinger getragen. In den letzten Jahren hat sich auch diese Tradition ein wenig geändert und man sieht vereinzelt Paar, die die Eheringe am linken Ringfinger tragen, so wie es in den USA oder auch der Schweiz üblich ist.

Warum dies so ist, ist schwer mit Fakten zu belegen, aber einer alten Legende nach glaubten die Griechen und Ägypter, dass eine Vene, die Vena Amoris, vom linken Ringfinger direkt zum Herz führt. Für die rechte Seite spricht ein Zitat aus der Bibel, dem zweiten Buch Moses (Exodus 15.6), wo geschrieben steht „Herr, deine rechte Hand tut große Wunder; Herr, deine rechte Hand hat die Feinde zerschlagen.“.



[1] Vgl. Magazin „beziehungsweise“

[2] Vgl. Magazin „beziehungsweise“

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