Einst war der Hochzeitsanzug in Zurndorf meist schwarz und man trug dazu ein weißes Hemd, Krawatte und manchmal auch Gilet (Weste).
In den 1940er Jahren trug der Bräutigam dann auch den damals modernen Zweireiher-Anzug. Mit Beginn des 21. Jahrhunderts hat auch beim Hochzeitsanzug die bunte Vielfalt Einzug gehalten. Vom klassischen Smoking bis hin zum sportlichen Anzug stehen dem Bräutigam die unterschiedlichsten Schnitte und Farben zur Verfügung. In den meisten Fällen wird aber auch heute noch die dunkle Variante gewählt, um der Braut den optischen Vortritt zu lassen.
Übrigens, der Anzug des Bräutigams wird heute meist vom Bräutigam gemeinsam mit seiner Mutter, den Geschwistern oder dem besten Freund ausgesucht. Früher wurde schon mal der Anzug des Bruders oder eines Verwandten getragen.

Nicht hinschauen!
Eine Tradition besagt übrigens, dass der zukünftige Ehemann der Braut, das Brautkleid nicht vor der Hochzeit sehen darf, da dies Unglück bringen würde. Dieser Brauch stammt aus der Zeit, als noch arrangierte Ehen üblich waren, denn damals durften sich die Brautleute vor der Eheschließung nicht treffen. Hintergrund war die Angst, dass dem Bräutigam seine Braut nicht gefallen und er deshalb die Hochzeit absagen könnte. Dies hätte damals eine große Schande für die Braut und ihre Familie bedeutet.[1]