Bis in die 1970er Jahre wurde das Essen von den „Kuchlweibern“ zubereitet.
Dazu wurden aus der Verwandtschaft der Braut und des Bräutigams fünf bis zehn Frauen eingeladen. Für die Einladung der „Kuchlweiber“, waren die Mütter des Brautpaars zuständig.
Es war Brauch, dass die Eltern des Brautpaares jeweils ein Schwein schlachteten sowie Hühner und anderes Geflügel zur Verfügung stellten. Die Verarbeitung und Zubereitung erfolgten in den Häusern der Eltern.
Herrichten bis in die 1940er Jahre
Beim Herrichten gab es folgende Regel:
Die Verwandtschaft und die geladenen Gäste brachten für das Hochzeitsessen Eier, Zucker und Mehl und am Tag der Schlachtung, die Hühner. Dies war zur damaligen Zeit meist kein Problem, denn jedes Haus hatte genug Geflügel und Eier, da die meisten Familien „Selbstversorger“ waren.
Am 1. Tag wurden Hochzeitsnudeln („Graldn“) selbst gemacht.
Am 2. Tag stand die Königsdisziplin auf dem Programm. Es wurden die „Kleine Bäckerei“ (die „Krapferl“) und Schnitten gebacken.
Der 3. Tag war für die Schlachtung der Hühner und der Schweine eingeplant, wobei die Eltern des Hochzeitspaares jeweils ein Schwein schlachteten.
Am 4. Tag wurde der Kartoffelsalat zubereitet.
In den 1970er Jahren, nachdem man mit der Hochzeitsfeier ins Gasthaus übersiedelt war, änderten sich die Speisen, die bei einer Hochzeit serviert wurden. Es etablierte sich das Zurndorfer Hochzeitsmenü.
Zurndorfer Hochzeitsmenü
Leberknödel- und Nudelsuppe
***
„Zurndorfer Tafelspitz“ Rindfleisch mit Semmelkren
***
Schweinsschnitzel, Cordon Bleu, Schweinsbraten, Pommes Frites, Reis und Salate
***
Torten und Krapferl
Später wurde dann das Hochzeitsmenü um Fischgerichte und in den letzten Jahren um vegetarische Gerichte erweitert.
In den 2010er Jahren wurde das klassische Hochzeitsmenü durch eine vielfältige Menüzusammenstellung oder den Aufbau als Buffet weitgehend abgelöst. Den Wünschen des Brautpaares und der Gäste sind bei der Zusammenstellung keine Grenzen mehr gesetzt.
